

VfB
8. Aug. 2026
Der VfB 03 Hilden bleibt auch nach seinem ersten Auswärtsspiel in der Regionalliga West ungeschlagen.
Bei den Sportfreunden Siegen, die die vergangene Saison auf dem siebten Tabellenplatz beendeten, erkämpften sich die Hildener am zweiten Spieltag ein 1:1-Remis. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte der VfB, dass er auch auswärts mutig auftreten kann. Nach der Pause erhöhte Siegen den Druck deutlich, doch eine starke Hildener Defensive sicherte am Ende den nächsten wichtigen Punkt.
Damit stehen nach den ersten beiden Regionalliga-Partien gegen den 1. FC Bocholt und die Sportfreunde Siegen bereits zwei Punkte auf dem Konto. Kapitän Maximilian Wagener zeigte sich entsprechend zufrieden: „Also erstmal sind wir natürlich sehr zufrieden, dass wir gegen die zwei hochgehandelten Mannschaften der Liga zwei Punkte geholt haben und ungeschlagen sind.“
Von Zurückhaltung war dem VfB zu Beginn wenig anzumerken. Die ersten gefährlichen Aktionen gehörten den Gästen. Pascal Weber und Venhar Ismailji sorgten früh für die erste Torchance. Die daraus resultierende Ecke kam gefährlich vor das Siegener Tor, konnte vom Torhüter aber gehalten werden.
Nur wenig später versuchte es Nick Sangl aus rund 20 Metern, sein Schuss ging knapp über das Tor. Auch Armin Deljkovic suchte in der sechsten Minute aus der Distanz den Abschluss und verfehlte das Ziel.
Der aktive Beginn sollte sich auszahlen. Nick Sangl spielte den Ball nach vorne zu Etienne Feese, der zunächst auf Maximilian Wagener zurücklegte. Wagener brachte den Ball an den Gegenspielern vorbei wieder zu Feese. Dieser zog Richtung Tor und vollendete trotz Abwehraktion eines Gegenspielers zur 1:0-Führung für den VfB. Damit fiel nicht nur das Tor zum Remis sondern auch das erste Hildener Tor in der Vereinsgeschichte in der Regionalliga West.
Auch nach der Führung blieb Hilden zunächst offensiv und setzte direkt zu weiteren Angriffen an. Deljkovic kam erneut zum Abschluss, während es dem VfB gleichzeitig gelang, die Gastgeber über weite Strecken vom eigenen Tor fernzuhalten.
Wie wichtig die Hildener Defensivarbeit an diesem Nachmittag werden sollte, zeigte sich bei einer der bis dahin größten Siegener Chancen. Yannic Lenze kam aus seinem Tor und rutschte heraus, der Siegener Angreifer befand sich anschließend mit dem Ball neben ihm und hatte das weitgehend freie Tor vor sich. Doch die Hildener Abwehr gab die Situation nicht verloren, brachte den Ball noch aus der Gefahrenzone und klärte schließlich gemeinsam mit Lenze.
Im weiteren Verlauf erhöhte die Heimmannschaft den Druck. Hilden kam nun seltener in die gegnerische Hälfte, verteidigte aber weiterhin konzentriert. Einen Freistoß in Tornähe hielt Lenze sicher, weitere Angriffe konnten bereits vor einem gefährlichen Abschluss gestoppt werden.
Trotz der stärker werdenden Gastgeber setzte der VfB weiterhin Nadelstiche. Nach einem Zuspiel von Etienne Feese machte sich Mohamed Cisse auf den Weg Richtung Tor, wurde seitlich jedoch entscheidend gestört. Auch Venhar Ismailji leitete einen weiteren Angriff ein, der vor dem Abschluss abgewehrt wurde.
In der 36. Minute gelang den Sportfreunden schließlich der 1:1-Ausgleich. Der VfB ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Pascal Weber prüfte den Siegener Torhüter, während auf der anderen Seite Maximilian Wagener eine Ecke per Kopf klärte. Kurz vor der Pause versuchte es Deljkovic noch einmal aus rund 20 Metern. Ein Hildener Freistoß aus ähnlicher Entfernung wurde von der Mauer über das Tor abgefälscht. Die folgende Ecke kam noch einmal gefährlich vor das Tor, blieb aber ohne Treffer.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild der Partie zunehmend. Siegen übernahm die Kontrolle und verlagerte das Geschehen über weite Strecken in die Hildener Hälfte. Der VfB musste nun vor allem defensiv arbeiten – und tat das mit großem Einsatz.
Yannic Lenze war bei mehreren Abschlüssen zur Stelle und hielt seine Mannschaft im Spiel. Auch seine Vorderleute warfen sich immer wieder dazwischen. In der 63. Minute unterband Nick Sangl einen Siegener Angriff, weitere Vorstöße der Gastgeber wurden ebenfalls frühzeitig gestört.
Cheftrainer Antonio Molina hob nach der Partie genau diesen Einsatz hervor: „Aus dem Gesichtspunkt heraus, so sehe ich das, wenn man alles gibt - und das haben wir auch gemacht, wir geben unser leben fast auf dem Platz, auf und außerhalb des Platzes, muss man sagen - verdient man sich auch das ganze.“
Nach einer langen Druckphase gelang es Hilden ab Mitte der zweiten Halbzeit wieder etwas häufiger, für Entlastung zu sorgen. In der 71. Minute versuchte Nils Gatzke gleich zweimal, mit schnellen Vorstößen in Richtung Siegener Tor zu kommen. Beide Angriffe wurden jedoch noch vor einem Abschluss gestoppt. In der Schlussphase drängten die Sportfreunde erneut auf die Führung, doch die Hildener Defensive hielt stand. Gatzke stoppte einen Angriff seitlich auf Höhe des Strafraums. Als Lenze bei einer weiteren gefährlichen Situation den Ball verlor, war Nick Sangl zur Stelle und klärte. Kurz darauf verhinderte Phil Zimmermann bei einer guten Siegener Möglichkeit den Abschluss. Auch eine Serie von Ecken brachte den Gastgebern nicht den erhofften Siegtreffer.
Molina sah trotz des gelungenen Starts auch Entwicklungspotenzial: „Grundsätzlich müssen wir uns verbessern, was das Spiel mit Ball anbetrifft. Das werden wir wahrscheinlich 32 Spiele nicht so schaffen können, dass wir immer nur so gut verteidigen können.“
Zwei Spiele, zwei Punkte und weiterhin ungeschlagen: Der VfB ist in der Regionalliga West angekommen. Nach dem 0:0 gegen Bocholt und dem 1:1 in Siegen hat die Mannschaft nun zweimal gezeigt, dass sie auch gegen etablierte und hoch gehandelte Regionalligisten bestehen kann. Gerade die erste Halbzeit in Siegen und die leidenschaftliche Defensivleistung nach der Pause machen Mut für die kommenden Aufgaben.
Dabei konnte sich die Mannschaft auch auswärts auf die Unterstützung der mitgereisten Hildener verlassen. Für Kapitän Wagener ist das ein wichtiger Faktor: „Für uns ist das natürlich eine zusätzliche Motivation, sowohl letzte Woche vor der Kulisse zu spielen als auch hier heute vor den mitgereisten Fans. Und ich hoffe natürlich, dass wir durch unsere Leistung, durch unseren Kampf dafür gesorgt haben, dass die Fans weiter kommen und das Stadion nächste Woche genauso voll wird wie vergangene Woche beim Heimspiel, weil das natürlich schon nochmal zusätzlich Kräfte freisetzten kann. Es gibt natürlich auch nichts Schöneres als vor den Fans Punkte zu feiern.“
Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am Samstag, 15. August. Dann kehrt der VfB zurück an den Bandsbusch und empfängt um 16:00 Uhr die SG Wattenscheid. Nach zwei starken Auftritten zum Start wartet damit das erste Aufsteiger-Duell – und die Mannschaft hofft erneut auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen.