

VfB
15. Okt. 2026
Was für ein Pokalabend! Der VfB 03 Hilden hat sich im Achtelfinale des Niederrheinpokals beim Oberligisten KFC Uerdingen nach 120 torlosen Minuten im Elfmeterschießen durchgesetzt und steht damit im Viertelfinale.
In einer intensiven und bis zum Schluss spannenden Partie hielten die Hildener über die gesamte Spielzeit dagegen, überstanden gefährliche Phasen der Gastgeber und bewiesen vom Punkt die besseren Nerven. Torwart Yannic Lenze wurde mit einem gehaltenen Elfmeter schließlich zum entscheidenden Rückhalt für den Einzug in die nächste Runde.
Der KFC startete mit viel Ballbesitz, zunächst vor allem in der eigenen Hälfte. Hilden fand jedoch schnell ins Spiel und setzte seinerseits offensive Akzente. In der 13. Minute hatte der VfB bereits zwei Torschüsse verzeichnet und wurde zunehmend angriffsstärker. Georgios Touloupis setzte sich in der 24. Minute nach vorne durch und legte auf Shadrak Dombe ab, dessen Abschluss der Torwart parierte. Kurz darauf kam Arton Tolaj zum Schuss, der knapp über das Tor ging. Auch Etienne Feese hatte nach einem Pass die Gelegenheit, direkt auf das Tor zuzulaufen, doch erneut war der Uerdinger Schlussmann zur Stelle.
Auf der anderen Seite musste Yannic Lenze ebenfalls mehrfach eingreifen. Als Uerdingen in der ersten Halbzeit gefährlicher wurde, hielt er mehrere Abschlüsse und konnte sich auf seine Abwehr verlassen. So klärte die Hildener Defensive unter anderem einen Angriff, bei dem Venhar Ismailji den Ball auf Höhe des Strafraums abfing und zu Lenze zurückspielte. Auch nach einer Ecke des VfB in der 42. Minute blieb es beim torlosen Zwischenstand.
Nach der Pause nahm die Partie weiter Fahrt auf. Hilden kam gut aus der Kabine und setzte den KFC mit eigenen Angriffen unter Druck. Nils Gatzke brachte einen Ball gefährlich in Richtung Tor, sein Abschluss hätte beinahe selbst zum Treffer geführt, doch die Uerdinger Abwehr konnte klären. Wenig später zog Venhar Ismailji aus rund 20 Metern ab. Der Torwart war zwar am Ball, ließ ihn jedoch kurz aus den Händen gleiten. Etienne Feese setzte sofort nach, doch der Keeper war einen Moment schneller.
Auch Uerdingen blieb gefährlich. In der 60. Minute landete ein Pass seitlich vor dem Hildener Tor im Getümmel am Pfosten. Ein Uerdinger Spieler versuchte anschließend, den Ball aus spitzem Winkel ins Tor zu bringen, doch die Hildener verhinderten den Abschluss. Wenige Minuten später war Yannic Lenze nach einem weiteren Schuss zur Stelle und hielt den Ball fest. Als der KFC erneut vor das Tor kam, klärte Phil Zimmermann eine gefährliche Situation. Hilden hielt dagegen und kam seinerseits zu Möglichkeiten: Shadrak Dombe setzte einen Abschluss ab, der abgefälscht über das Tor ging, und nach einem Angriff über Harumi Goto und Nick Sangl versuchte Etienne Feese, den Ball im Sprung zu erreichen. Der Versuch landete am Außennetz.
In der Schlussphase der regulären Spielzeit wurde es noch einmal besonders spannend. Uerdingen erhöhte den Druck und kam nach einem Freistoß zu einer gefährlichen Situation im Strafraum. Armin Deljkovic klärte zunächst per Kopf, anschließend behielt Yannic Lenze bei einem weiteren Abschluss den Überblick. Auf der anderen Seite hatte Hilden in der Nachspielzeit noch eine gute Gelegenheit: ein schneller Angriff von Mohamed Cisse wurde noch abgewehrt. So ging es nach 90 Minuten ohne Tore in die Verlängerung.
Dort blieb es ein offener Pokalfight. Uerdingen kam zu weiteren Chancen, doch Yannic Lenze parierte einen Abschluss nach einem Angriff, bei dem die Hildener Abwehr zunächst Schwierigkeiten hatte. Auch nach einem Freistoß der Gastgeber war die Defensive gefordert: Die Mauer wehrte den ersten Versuch ab, anschließend klärte Dominik Rodrigues Figueiredo den Nachschuss. In der zweiten Hälfte der Verlängerung setzte Mohamed Cisse mit einem schnellen Lauf gegen zwei Gegenspieler und einem guten Abschluss ein Ausrufezeichen. Der Torwart war jedoch noch am Ball. Auf der anderen Seite blieb Yannic Lenze souverän, als Uerdingen nach einem Einwurf zu einer großen Torchance kam. Auch aus der Distanz war der Hildener Schlussmann zur Stelle. Als Arton Tolaj später auf das Tor zulief, war der Uerdinger Keeper weit herausgerückt und konnte den Ball noch vor ihm aufnehmen. Nach 120 intensiven Minuten stand es weiterhin 0:0 – die Entscheidung musste vom Punkt fallen.
Im Elfmeterschießen übernahm Phil Zimmermann, der an diesem Abend als Kapitän auflief und früher selbst für Uerdingen gespielt hatte, Verantwortung und verwandelte den ersten Versuch. Auch Etienne Feese, Nick Sangl, Arton Tolaj, Harumi Goto und Mohamed Cisse trafen für den VfB. Nachdem Armin Deljkovic seinen Elfmeter über das Tor gesetzt hatte, blieb die Entscheidung offen. Dann kam der große Moment von Yannic Lenze: Er hielt den Schuss eines Uerdinger Schützen und brachte Hilden damit auf die Siegerstraße. Der Jubel war groß – der VfB hatte den Pokalkrimi für sich entschieden und den Einzug ins Viertelfinale perfekt gemacht!
Cheftrainer Antonio Molina ordnete die umkämpfte Partie anschließend ein: „Ganz klar, beide Mannschaften hatten ihre Phasen, beide hatten ihre 200%ige Torchancen, beide Mannschaften haben die Tore nicht gemacht und wir haben am Ende Glück gehabt. Ist halt so, Elfmeterschießen. Wir sind natürlich froh gegen einen bockstarken Gegner hier gespielt, der alles rausgehauen hat. War total schwierig und ja, war einfach ein Spiel auf Messerschneide, der glücklichere hat gewonnen.“
Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht. Bereits am Samstag wartet mit dem Bonner SC die nächste Aufgabe in der Regionalliga West. Nach 120 intensiven Minuten und dem Elfmeterschießen wird es darauf ankommen, schnell wieder Kräfte zu sammeln. Molina blickt bereits voraus: „Wir müssen gucken, das ist fast das schlimmste was passieren konnte heute, 120 Minuten zu spielen, schlimmer wäre natürlich noch gewesen, wenn wir nicht gewonnen hätten. Wir müssen gucken, dass wir jetzt schnellstmöglich Kräfte sammeln, damit wir Samstag in Bonn - das wird nicht einfacher - ein gutes Spiel abliefern und da auch als Sieger vom Platz gehen.“
Der Pokalerfolg gibt dem VfB Rückenwind für die kommenden Aufgaben. Und auch das nächste Heimspiel lässt nicht lange auf sich warten: Dann ist die Zweitvertretung des FC Schalke 04 am Bandsbusch zu Gast. Die Mannschaft hat einmal mehr gezeigt, was mit Zusammenhalt, Einsatz und der Unterstützung der Fans möglich ist. Kommt vorbei und unterstützt unsere Jungs bei der nächsten Herausforderung!